Das Buch richtig einordnen - Genre und Stichworte

Damit ein Buch von seinen Lesern gefunden wird, ist es essenziell, dass es dort eingeordnet ist, wo es diese Leser auch suchen. Wenn ein Buch (noch) nicht in den oberen Verkaufsrängen steht, ist dies die einzige Chance, überhaupt noch gesehen zu werden. Die Faktoren zur Einordnung sind das Genre und die Stichworte. Doch wie findet man die Richtigen?

Das Hauptgenre genügt nicht.


Natürlich weiß ich, welches Buch ich geschrieben habe und habe eine Vorstellung, welchem Genre es angehört. Nehmen wir das Beispiel von »Tote Models nerven nur«. Es ist ein Krimi. Schließlich gibt es einen Mord und die Mördersuche ist die Haupthandlung. Doch die schlichte Einordnung unter Krimi würde die Sichtbarkeit meines Buches nicht sonderlich erhöhen, denn es gibt sehr viele Krimis. Dazu ist ein begeisterter Leser von schwedischen Thrillern nicht unbedingt die Zielgruppe für meinen heiteren Krimi. Krimi ist schließlich nicht gleich Krimi. Es macht also Sinn, die Einordnung zu verfeinern. In welche Untergliederung man sein Buch einordnen kann, hängt allerdings vom jeweiligen Shop ab.

Richtiges Genre finden


Die optimale Einordnung des Buches wäre dort, wo viele Menschen suchen, es aber nur wenige andere Bücher gibt. Dies bedeutet, dass es bei der Auswahl des richtigen Genres auch darauf ankommt, wie viele Bücher im Wunschgenre enthalten sind und wie diese verkauft werden. Schließlich macht es keinen Sinn, sein Buch dort hinzustellen, wo kein Mensch sucht. Aber natürlich muss das Buch thematisch dennoch passen. Es wäre nicht ratsam, wenn ich »Tote Models nerven nur« unter Erotik einordnen würde, nur um vom Shades-of-Grey-Hype zu profitieren. Die Leser würden es dafür abstrafen. Also ist der erste Schritt, sich die in Frage kommenden Genres anzusehen. Dann sieht man sich die Bücher an und prüft, welche Verkaufsränge sie haben. Sind sie in den oberen Rängen, so bedeutet dies, Bücher aus diesem Genre werden gekauft. Für »Tote Models nerven nur« habe ich mich für Cosy-Krimis/Kriminalgeschichten entschieden.

Für Suchanfragen optimieren


Mindestens so wichtig, wie die Einordnung in das richtige Genre, sind die Suchbegriffe, unter denen das Buch auffindbar ist. Gerade bei Amazon werden viele Besucher einfach Begriffe in die Suchleiste eingeben, wenn sie nach neuer Lektüre Ausschau halten. Wichtiger Faktor für die Suche sind Titel und Kurztext zum Buch. Man sollte also darauf achten, hier die Begriffe zu verwenden, die zu den Suchanfragen passen, unter denen das Buch gefunden werden soll. Zusätzlich kann man zur Buchbeschreibung noch bis zu sieben Stichworte angeben, die ebenfalls die Einordnung in Suchergebnissen beeinflussen. Doch wie findet man diese Begriffe?

Richtige Suchbegriffe finden


Als Autorin des Buches habe ich natürlich eine Vorstellung davon, unter welchen Begriffen ich mein Buch einordnen würde. Allerdings sind dies nicht immer auch die Begriffe, nach denen potenzielle Leser suchen. Ich muss also eine Schnittmenge suchen. Amazon bietet eine recht einfache Möglichkeit, passende Suchbegriffe zu ermitteln. Wenn man beginnt, in die Suchzeile etwas einzutippen, werden sofort Begriffe vorgeschlagen. Wir können davon ausgehen, dass dies häufig gesuchte Begriffe sind. Tippt man daher z.B. das Hauptgenre des Buches, in meinem Fall »Krimi«, und dann einen weiteren Buchstaben, so erscheinen mögliche Suchbegriffe für das Buch. So kann man das Alphabet durchgehen und Begriffe ermitteln, die passen könnten. Bei der Suche »Krimi h« kommen beispielsweise die Vorschläge »Krimi humorvoll« oder »Krimi heiter«, die zu meinem Buch passen.
Vorschläge bei Eingabe von Krimi h

Vorschläge bei Eingabe von Krimi h


Auf diese Art und Weise lassen sich mehrere Wörter finden, die man dann möglichst prominent im Kurztext oder bei den Stichworten platziert.

Genrebegriffe finden mit KindleSpy


Darüber hinaus gibt es Wörter, die generell einem Genre zugeordnet werden. Ein Tool, um diese Begriffe zu ermitteln, ist KindleSpy. Dieses Programm ist als Add-on für den Chrome-Browser oder neuerdings auch Mozilla Firefox erhältlich. Es ist kostenpflichtig und schlägt mit $47 zu Buche. KindleSpy zeigt an, welche Wörter in der gerade gewählten Kategorie auf Amazon am häufigsten verwendet werden. Leider werden die deutschen Artikel der, die, das nicht ausgeblendet, aber dennoch gibt es hilfreiche Ergebnisse.
Begriffswolke in KindleSpy

Begriffswolke in KindleSpy


Zudem bewertet das Programm die gewählte Kategorie und zeigt eine Schätzung zu Verkaufszahlen und der Popularität an. Dies kann eine Hilfe bei der Auswahl eines Genres sein.
Bewertung einer Kategorie in KindleSpy

Bewertung einer Kategorie in KindleSpy


Wie sieht es bei Tolino aus?


Die bisher genannten Methoden beziehen sich auf Amazon. Ich biete mein Buch u.a. auch über Tolino-Media an. Natürlich kann man auch dort Genres auswählen und Stichworte angeben. Doch das große Problem bei Tolino-Media ist, dass der direkte Zugriff auf die Shops fehlt. Diese werden unterschiedlich betrieben und haben somit auch unterschiedliche Selektionen. Dies macht sich schon bei den Genres bemerkbar. Beim Einstellen des eBooks auf Tolino-Media kann man Genres auswählen, die es auf den angeschlossenen Shops gar nicht gibt. Andererseits sind auf den Shops Genres aufgeführt, die bei Tolino-Media nicht auswählbar sind. Dies macht eine richtige Einstufung nahezu unmöglich. Zudem behandeln einige der angeschlossenen Shops die eBooks, die über Tolino-Media eingestellt werden vollkommen getrennt von ihren anderen Büchern. Bei Thalia ist mein Buch beispielsweise unter den angegebenen Suchbegriffen kaum auffindbar. Laut Tolino-Media bemüht man sich derzeit darum, diese Dinge zu harmonisieren. Ich kann nur hoffen, dass dies bald geschieht.

Vorarbeit und Analyse lohnen sich


Es ist auf jeden Fall ratsam, vor dem Einstellen eines Buches etwas Recherche zu betreiben und Klappentext und Stichworte so anzupassen, dass das Buch von seiner Zielgruppe gefunden werden kann. Schon bei der Suche nach einem geeigneten Titel kann die vorherige Recherche hilfreiche Inspiration sein. Ich habe dies bei meinen ersten Büchern nicht in diesem Maße getan und sehe nun bei »Tote Models nerven nur« den Unterschied.
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