Wie schnell ist zu schnell?

Ist es zu früh, um ins Rampenlicht zu treten?
Ist es zu früh, um ins Rampenlicht zu treten?
Foto: RainerSturm / pixelio.de

So manche Aussicht ist verlockend. Ich kann nicht verhehlen, dass für mich die Aussicht, auf einer Bühne zu stehen und Applaus zu ernten, sehr verlockend ist. So mancher, der dies schon erlebt hat, wird mir sicher beipflichten, dass dies ein berauschendes Gefühl ist. Doch mit den Verlockungen ist das so eine Sache. Soll man bei der erstbesten Gelegenheit zugreifen oder soll man abwarten, bis man sich ganz, ganz sicher ist, dass nichts schiefgehen kann? Aber wann ist das und gibt es diesen Zeitpunkt überhaupt? Ich muss gestehen, diese Geduld bringe ich selten auf und stürze mich stattdessen sehr schnell ins Abenteuer. Nun wartet wieder eines auf mich und wieder gibt es da eine leise, aber hörbare Stimme, die fragt, ob ich nicht doch noch warten soll.

Nach meinem Comedy-Workshop (siehe Kann ich Comedy?) bin ich angefixt. Es hat riesigen Spaß gemacht und ich habe positives Feedback bekommen. „Geht auf die offenen Bühnen und probiert es aus“, hatte Thorsten, der Workshopleiter gesagt. Ich habe sogleich nach Möglichkeiten geforscht und zu meiner Überraschung bietet sich schon nächste Woche eine. In Düsseldorf findet das „Kunst gegen Bares“ Open Air statt. Also habe ich die beste Freundin von allen gebeten, sich den 20. August freizuhalten und mit mir dorthin zu gehen. Es ist alles klar.

Soll ich wirklich?

Doch jetzt steigt die Unsicherheit in mir auf. Ist es vielleicht noch zu früh? Blamiere ich mich dort maßlos und bin demoralisiert für immer? Nein, das erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Aber dennoch, es könnte auch negativ ausgehen. Zumindest theoretisch. Schließlich kann ich mich an Erlebnisse in meinem Leben erinnern, bei denen ich definitiv zu früh durchgestartet bin und mir dadurch Dinge erschwert habe. Es gibt bestimmt jede Menge Menschen, die mir nun raten würden, es besser noch zu verschieben.

Was würde mir Verschieben bringen?

Sicher wäre dann erst mal der Druck weg. Im ersten Moment eine angenehme Vorstellung. Aber letztlich muss ich es irgendwann einmal probieren. Würde ich mir dann nicht immer wieder die gleiche Frage stellen: „Bin ich so weit?“ Es bestünde sogar die Gefahr, dass ich dieses Ziel gänzlich aus den Augen verliere. Es mag sein, dass dies kein Verlust für die Comedy-Welt wäre, aber für mich wäre es bestimmt einer, denn mir würde eine bereichernde Erfahrung fehlen. Ganz egal, ob mein Auftritt nun erfolgreich oder nicht erfolgreich verläuft. Nein, Verschieben ist nicht sinnvoll.

Hinein ins Abenteuer

Also heißt es, sich ins Abenteuer zu stürzen und sich einfach so gut es geht, auf alle Eventualitäten zu wappnen. In den nächsten Tagen wird also fleißig geübt und an der Nummer gefeilt. Alle Menschen, die mir bis nächste Woche begegnen, werden als Testpublikum missbraucht und müssen mir ihre unverblümte Meinung sagen. So werde ich gut vorbereitet sein. Sollte sich herausstellen, dass ich noch nicht so weit war, dann habe ich zumindest dies daraus gelernt. Na gut, die beste Freundin von allen wird dann einiges Aufbauarbeit leisten müssen, aber ich werde es überleben. Sollte es aber erfolgreich verlaufen, bekomme ich wichtige neue Impulse, die mir den Weg weiter öffnen. Drückt also die Daumen, dass es auf Letzteres hinauslaufen wird. Vielleicht kommt ihr auch am 20.8. und seid dabei, wenn ich mich ins Abenteuer Comedy stürze. Wir sehen uns.
Teile den Artikel:

Gefällt dir der Artikel und mein Blog?

Dann spendiere mir doch einen Kaffee.

0 Kommentare Wie schnell ist zu schnell?

Hinterlasse deinen Kommentar