Ist Autor sein das Richtige für dich?

Ist Autor sein das Richtige für dich?
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Ein Buch zu schreiben ist etwas Besonderes. Menschen, die dies getan haben, werden allerorts bewundert. Ein Mann, der etwas auf sich hält, soll einen Sohn gezeugt, einen Baum gepflanzt und ein Buch geschrieben haben, heißt es im Volksmund. Da taucht das magische Internet auf und plötzlich ist es ganz einfach, zu diesem illustren Kreis der Autorinnen und Autoren zu gehören. Warum also nicht loslegen? Doch hast du dich mal gefragt, ob dieser Weg überhaupt der Richtige für dich ist?


Nun könntest du zurückfragen, warum dies relevant ist. Es schadet ja schließlich nichts, es mal zu versuchen. Und du hast recht. Doch auch wenn die technischen Innovationen vieles möglich machen, bleibt ein Buch zu schreiben, immer noch ein größerer Aufwand. Ich meine hier das Buch zu schreiben, in dem mein Herzblut liegt. Das Buch zu schreiben, dessen Geschichte mir vielleicht schon seit Jahren durch den Kopf spuckt. Natürlich gibt es längst Firmen, die versprechen, in wenigen Tagen ein Buch zusammenzuklöppeln oder andere Methoden, schnell irgendetwas in Buchform zu bringen. Nein, ich spreche vom richtigen Autorin- und Autor-sein.

Autor sein ist nicht leicht.

Wer meinen Blog regelmäßig liest, wird schon mitbekommen haben, dass es im Autorinnendasein immer wieder Tiefs gibt und so mancher Kampf durchgestanden werden muss. Während eines Projektes kommen regelmäßig Phasen höchster Selbstzweifel auf, ob denn das Geschriebene, das da vor einem blinkt, irgendeinem Leser zugemutet werden kann oder nicht doch besser sogleich gelöscht werden sollte. Autor sein ist kein stetes Zuckerschlecken. Es ist viel Kampf. Willst du dir das wirklich antun, wenn es nicht das Richtige für dich ist?

Ist Autor sein deine Berufung?

Jeff Goins, amerikanischer Autor und Blogger, beschreibt in seinem Artikel »Before You Decide What You Want to Do With Your Life, Do This First«, dass man zuerst genau in sich hören sollte, was einem in der Vergangenheit wirklich die besten Momente verschafft hat, bevor man sich auf irgendeinen Weg macht. Dieser Artikel erreichte mich heute und zeitgleich wurde ich zum wiederholten Male zum Liebster Award nominiert und eine der Fragen ist »Was ist dein größter Wunsch oder Traum?« Meine spontane Antwort auf diese Frage war: »Ich möchte eines Tages von meinem Autorinnendasein bequem leben können.« Doch dann kam der Artikel von Jeff Goins und ich begann zu zweifeln. Was, wenn mein Weg vielleicht ein ganz anderer sein sollte? Wäre dann ein solcher Traum nicht kontraproduktiv?

Eine Berufung kommt nicht von heute auf morgen.

Jeff Goins beschreibt in seinem Artikel, dass es schon eine lange Zeit im Leben Anzeichen gibt, die einem zeigen, was die Berufung ist. Wenn du also denkst, Autorin oder Autor zu sein, dann sollte dich das Schreiben und Geschichten erzählen schon sehr lange begleiten. Und es sollten sich bereits kleinere Erfolge dadurch ergeben haben. Ich meine keine Verkaufserfolge oder lukrative Verlagsverträge. Nein, ich meine diese kleinen Erfolge, die einem dennoch zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist.  Vielleicht wirst du in deinem Freundeskreis immer als Erste angesprochen, wenn es darum geht, einen Text zu verfassen. Vielleicht haben dich schon fremde Menschen, die einen deiner Texte gelesen haben, darauf angesprochen und sich lobend geäußert. Ich meine aber wirklich fremde und objektive Menschen und nicht das Lob der eigenen Mutter, die einfach alles von ihrem Kind toll findet. Wenn du ehrlich zurück schaust und solche Momente findest, könnte es sein, dass der Weg für dich passen könnte. Aber leicht wird er nicht und du solltest immer ehrlich genug zu dir sein und hinterfragen, ob es wirklich das Richtige für dich ist.

Fragen von Britta Wisnewski zum Liebster Award

Wie bist Du zum Bloggen gekommen, was gab den Ausschlag für Deinen ersten Blogartikel?

Beruflich hat mich das Thema schon länger beschäftigt und in den Marketingratgebern für Autoren wird immer empfohlen, einen Blog zu führen. Also lag es nahe, es mal zu probieren.

Bloggst Du regelmäßig?

Ja, einmal die Woche ist mein Ziel. Manchmal wird es auch mehr.

Was inspiriert Dich zu Deinen Blogartikeln?

Hauptsächlich die Dinge, mit denen ich mich im Rahmen meines Autorinnendaseins aktuell beschäftige. Oft sind aber auch Blogartikel von anderen oder Diskussionen in den sozialen Medien Anregung für neue Artikel.

Wenn Du einen Wunsch frei hättest, wie würde er lauten?

Ein gesundes und langes Leben.

Wenn Du im Lotto gewinnen würdest, was würdest Du kaufen?

Kommt sehr auf die Höhe des Gewinns an. Zuerst würde ich versuchen, soviel beiseite zulegen, dass ich davon beruhigt leben kann. Dann erst gäbe es vielleicht ein paar Anschaffungen.

Was würdest Du einem neuen Blogger raten?

Sich ein klares Thema suchen, anfangen, Erfahrungen sammeln und ganz viel bei anderen Bloggern lesen und lernen.

Wovon würdest Du jedem Blogger abraten?

Ziellos nur irgendetwas zu schreiben. Da sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Was ist Dein größter Wunsch/Traum?

Wie oben schon erwähnt, fände ich ein Leben als Vollzeitautorin (oder besser: Schriftstellerin) durchaus reizvoll. Definitiv ein großer Traum, ob es der größte ist, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Wer weiß, was noch kommt.

In welchem Land würdest Du gerne leben?

Ich lebe sehr gerne in Deutschland und dort, wo ich lebe. Ich möchte nirgendwo anders leben.

An welches Reiseziel ginge deine absolute Traumreise?

Ich war einige Male in den USA und bin mit dem Auto quer durch die Lande gefahren. Das waren tolle Reisen. Aber meine letzten Spontantrips nach Paris waren auch toll.

Gab es ein Buch in Deinem Leben, das Dich nie wieder losgelassen hat? Welches war es - und warum?

Es gibt ein Buch, dass mich seit Jahren begleitet. Ich lese es immer mal wieder. Aber das liegt wohl nicht daran, dass es ein besonderes literarisches Meisterwerk wäre. Es ist wohl eher das Thema und mein persönlicher Bezug dazu. Das Buch heißt »Girl« und ist von David Thomas.


Ich habe dies übrigens aus Anlass der Interviewfragen zum Liebster Award getan und bin nach einem Wochenende des Nachdenkens zum Schluss gekommen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Alle Zeichen sprechen dafür. Zu welchem Schluss kommst du? Was bestärkt dich auf deinem Weg?


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