Warum meine Buchtitel nicht funktionieren

Warum meine Buchtitel nicht funktionieren
Self-Publishing Marketing Blaue Vögel Weiße Sterne 8 Kommentare

Damit wir uns richtig verstehen: ich finde meine Buchtitel toll. Es liegt ein ausgeklügeltes Konzept dahinter und ich persönlich mag es, wenn ein Titel zum Denken anregt. Gedacht war, dass „Rausgekickt“ der Titel der Reihe sein sollte, der dann jeweils durch einen Buchtitel ergänzt wird. Dieser Buchtitel besteht aus einer Farbbezeichnung und einem Gegenstand, der im Buch eine Rolle spielt. Daraus wurde  „Rausgekickt: Weiße Sterne“ und  „Rausgekickt: Blaue Vögel“. Tolle Idee, aber wie ich mittlerweile erkennen muss, funktioniert sie nicht.

Woran ich es merke

Es gibt viele Indizien, die darauf hinweisen, dass meine Buchtitel nicht optimal sind. Beispielsweise gibt es im Web ein eklatantes Missverhältnis zwischen der Anzahl der Leser eines Buchtitels und denen, die daraufhin mehr erfahren möchten. Ebenso mache ich immer wieder die Erfahrung, dass die Buchtitel falsch zitiert werden. Ein deutliches Zeichen, dass sie nicht verstanden werden. Auch gibt es immer wieder Verwirrungen, um welche Art Buch es sich denn nun handelt. Und natürlich habe ich in der Zeit, in der ich mich nun mit der Markttauglichkeit meiner Bücher beschäftige, viel von erfolgreicheren Autoren lernen können. Es ist klar, meine Titel sind nicht optimal.

Was ist falsch an meinen Buchtiteln?

Es ist die Perspektive. Ich habe mir dieses schöne Konzept ausgedacht. Natürlich kenne ich meine Bücher in- und auswendig. Wenn ich „Weiße Sterne“ lese, habe ich das Bild vor Augen, wie Daniel dort auf der Straße liegt und Sterne sieht, weiße Sterne eben. Natürlich weiß ich auch, dass es eine Textzeile im Lied „Over the Rainbow“ gibt, das Mechthild immer singt, in der es um „blue birds“ (blaue Vögel) geht, die über den Regenbogen fliegen. Ich weiß das alles, aber meine potenziellen Leser wissen es nicht. Aber sie muss mein Titel ansprechen.

Leser abholen, wo sie sind

Letztlich ist die wesentliche Aufgabe eines Buchtitels, einen Betrachter des Buches zu animieren, es zu lesen und nach Möglichkeit, vorher zu kaufen. Dazu muss ich ein Bild im Kopf des Betrachters auslösen und nicht versuchen, mein Bild dort hineinzuprojizieren. Ich muss also Begriffe wählen, unter denen sich der Leser etwas vorstellen kann. Gibt es einen Begriff, der gerade stark in den Medien vertreten ist und der passt, dann umso besser. Wirft der Titel dagegen eher Fragen auf, wie es bei meinen Titeln der Fall ist, dann wendet sich der Betrachter schnell einem anderen Buch zu.

Emotion, Emotion, Emotion

Noch besser wird es, wenn dieses Bild mit einer möglichst intensiven Emotion verbunden ist. Erzeugt beispielsweise der Titel eines Thrillers das Bild einer blutverschmierten Leiche vor dem inneren Auge und führt dies zu einer Gänsehaut beim Betrachter, wird er dieses Buch sicher kaufen, sofern er grundsätzlich Thriller mag. Meine Titel lösen gar keine Emotion aus. Sie sind nichts anderes als rätselhaft. Mal ehrlich, liebe Leserin und lieber Leser, was sagt dir der Begriff „Rausgekickt“? Ich sehe dabei den armen Daniel vor Augen, wie er den Tritt in die Weichteile bekommt, und verbinde damit ganz intensive Emotionen, aber du auch? Vielleicht, nachdem du hoffentlich eines meiner Bücher gelesen hast, aber auch sonst? Wahrscheinlich verbindest du dann diesen Begriff im Höchstfalle noch mit Fußball. Es ist also klar, warum es nicht funktioniert. Und es wird noch klarer, wenn ich mir andere Bücher im gleichen Genre ansehe. Meine Werke sind im Bereich Humor angesiedelt (siehe Schubladen) neben Büchern von David Safier zum Beispiel. Seine Titel sind ein Lehrstück dazu. „Mieses Karma“, „Plötzlich Shakespeare“ oder „Jesus liebt mich“ lösen alle direkt ein Bild aus und lassen schon das erste Schmunzeln entstehen, bevor man eine Zeile des Buches gelesen hat. Ob ich es soweit schaffe, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall besteht Verbesserungsbedarf.

Was also tun?

Wenn man merkt, dass etwas nicht funktioniert, dann muss man es ändern. Ein Vorteil des Self-Publishing ist das hohe Maß an Flexibilität. Hätte ein Verlag nun schon Tausende Bücher auf Lager, ließe sich so leicht nichts mehr ändern. In meinem Fall ist das kein Problem. Also werde ich versuchen, etwas zu ändern. Ich werde meinen Büchern neue Titel geben. Faktisch sind es dann neue Bücher. Dies hat den Vorteil, dass ich dann gut vergleichen kann. Ich habe auch schon eine Idee, wie die neuen Titel sein sollen, aber ich verrate sie noch nicht. Ihr werdet es aber sicherlich als Erste erfahren. Parallel muss dann noch etwas anderes überarbeitet werden, das ebenso entscheidend ist: das Cover. Aber dazu später mehr.


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8 Kommentare Warum meine Buchtitel nicht funktionieren
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  • Nur ein erster Eindruck

    Guten Morgen,

    Du hast mich heute in der früh bei Google+ hinzugefügt und nun bin ich halt neugierig. Dass Du schreibst, ist erfreulich und noch erfreulicher ist, dass Du in der IT arbeitest. WIR haben also schon mal zwei Ansatzpunkte, welche uns verbinden.

    Dieser Beitrag hier macht aber für mich persönlich schon deutlich, wo Dein Problem liegt: Du bist offensichtlich zu materiell eingestellt. Du lässt kein Bauchgefühl zu und dadurch werden Deine Werke zu schwer angenommen. Dies merken die Interessenten und Leser.

    Wenn ich im FIWUS meine Beiträge schreibe, steht oft der Titel schon vor dem Beitrag fest und ich kann dann einfach drauf los schreiben. Nur ganz selten wird dann ein Titel noch einmal geändert. Auch kommt hinzu, dass ich mich nicht an einen finanziellen Erfolg hänge, denn ich schreibe um des Schreibens willen und daher kostenlos, obwohl ich es mir eigentlich nicht leisten kann. Mein Lohn sind die Zugriffszahlen auf den FIWUS, aber oft auch entsprechende Kommentare, selbst wenn sie für mich niederschmetternd sind.

    Wenn ich zum Bleistift ein Buch von einem Autoren/in kaufe, welche/r mir bisher unbekannt ist, lese ich meist mal kurz die Rückseite oder den Klappentext und kann schon da ein gewisses Gefühl für den Inhalt finden. Nur selten werde ich enttäuscht.

    So habe ich auch mein Leben gelebt und 30 Jahre als Freelancer gearbeitet, 20 Jahre beim Film und 10 Jahre in der IT.

    • Materiell?

      Es freut mich, dass Dich Dein Weg zu meinem Blog geführt hat. Ich finde es interessant, dass Du den Eindruck hast, ich sei zu materiell eingestellt. Was hat Dich zu dieser Erkenntnis geführt? Nur der Umstand, dass ich mir Gedanken darüber mache, wie ich meine Buchtitel besser gestalten könnte? Ich finde es durchaus legitim, sich für seine Bücher eine möglichst große Zahl von lesern zu wünschen. Wenn man dann, wie ich, feststellt, dass ein zu kryptischer Titel dem entgegensteht, dann ist es doch logisch, dass man sich dazu Gedanken macht. Das hat doch mit irgendwelchen materiellen Ansprüchen gar nichts zu tun. Ich kann Dir sagen, wenn es wirklich materielle Motive wären, die mich zu all dem führten, dann sollte ich mich schleunigst nach etwas anderem umsehen. Nein, es macht mir einfach Spaß, aber dennoch möchte ich so viele Leser für meine Bücher erreichen, wie ich nur kann. Denn meine Bücher sind toll.

    • Grüß Dich

      Du hast mich zu Deinen Kreisen zugefügt und neugierig wie ich bin schau ich doch gleich mal nach und werde auf diesen Blog geleitet.

      Nun, das mit den Titeln kenne ich auch. Meine Geschichten haben ja schließlich auch einen Titel und ich finde,bei einem Buch-- schon der Titel sollte das Kopfkino einschalten können und schon das Titelbild, sollte einen kleinen Einblick in das Buch geben. Beobachten man die Menschen in einem Buchladen, dann weiß man genau, wer etwas bestimmtes sucht, oder aber wer einfach nur mal nur so schaut. Das Interessengebiet, ist schnell klar. Junge Muttis steuern automatisch zuerst einmal die Kinderbücher an und da kann man dann auch schon erkennen, wie alt das Kind ist. So ist das bei jedem Genre, weil sie sind ja so toll geordnet. Schlicht gehaltene Bücher werden kaum in die Hand genommen und wenn der Titel, noch so vielversprechend ist.Der Mensch ist ein Augentier(grins)

      Es ist übrigens legitim sein Buch so interessant darzustellen im Titel und in der Aufmachung, wie es gerade mal geht. Dazu muss ich wissen, wen spreche ich denn an damit. Wo ist das Klientel, welches diese Bücher interessant finden könnte. Nun-- und das ist nicht einfach.Aber Du wirst sicher einen Weg finden.

      Renate

      • Der richtige Titel

        Genauso ist es, liebe Renate. Die Überarbeitung meiner Titel und natürlich auch der Cover ist im vollen Gange. Ich denke in ca. zwei Wochen kann ich das Geheimnis lüften. Dann werden meine Titel hoffentlich auch ihrer Zielgruppe gleich ins Auge springen.

      • Der richtige Titel

        Hallo Vera,

        da du mich gerade zu deinen Kreisen hinzugefügt hast, habe ich mal ein bisschen bei dir gestöbert.

        Deine Analyse der Situation ist sehr gut und ich finde es absolut richtig, daraus den Schluss zu ziehen, dass Titel und Cover geändert werden müssen. Schließlich sind das die Dinge, die dein potentieller Leser als Erstes sieht. Wenn die ihn nicht ansprechen, hast du schon fast verloren. Dabei halte ich deine Einstellung nicht für übertrieben materiell. Schließlich schreibst du um gelesen zu werden.

        Jetzt bin ich gespannt wie die neuen Titel und Cover aussehen werden. Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg.

        Viele Grüße

        Ann-Bettina

        • Der richtige Titel

          Freut mich, dass Du mal gestöbert hast, Ann-Bettina. Ich bin auch sehr gespannt, wie meine Überarbeitung ankommen wird. Ich denke, in spätestens zwei Wochen kann ich Titel und Cover präsentieren. Dann wird es sich zeigen.

        • Titel

          Hallo Vera,

          ich sehe da noch ein zusätzliches Problem: Da hast du die Idee für einen tollen Titel, bist total glücklich damit und musst dann feststellen, dass es den leider schon gibt. Beim ersten Mal lächelst du noch, danach wird's nervig.

          LG - Elke

          • Titel

            Hallo Elke,

            ja, dass Andere zuvor schon auf die geniale Idee gekommen sind, ist natürlich eine zusätzliche Gefahr. Aber es zeigt ja dann zumindest, dass man auf einem richtigen Weg ist. Oft kann man dann mit einem kleinen Wortdreher den Titel einzigartig machen.

            Herzlichen Gruß,

            Vera